Gegen diese Furie des Verschwindens hat Jorge Luis Borges halb ernst halb ironisch eine Art ornithologischen Gottesbeweis ersonnen, der ungefähr so geht:
Ich habe geträumt und wache auf. Mir träumte, ich sah einen Zug Vögel. Ich habe sie nicht gezählt. Kein anderer kennt meinen Traum. Es war aber eine bestimmte Menge. Also muß es Gott geben, nur er weiß, wieviel Vögel es waren, die durch meinen Traum flogen.

Der zugrundeliegende Gedanke ist der:
Damit etwas im Sein bleibt, muß es in einem Bewußtsein sein. Sonst ist es als wäre es nie gewesen.
Wenn man sich aber ein Bewußtsein vorstellt, das alles Sein enthält, dem kein Ereignis ins Nicht-Sein entgleitet, dann ist der Name für dieses alles umfassende Sein und deshalb im Sein haltende Bewußtsein – Gott.
(aus Safranski, Zeit)

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