Entweder ist das was ist vorherbestimmt oder zufällig, von was also ist der Wille befreit, wenn er sich frei nennt?

Wäre er vom Vorherbestimmtsein befreit, würde ihn der Zufall dirigieren, andernfalls wäre die Vorherbestimmung sein Herr und so wäre der freie Wille weder vom Einen noch vom Andern frei, sondern an die Vorherbestimmung oder den Zufall mit eisernen Bändern an deren Direktiven gekettet.

Was also soll die Rede vom freien Willen bedeuten?

Frei ist der Wille nur von Seinesgleichen, anderen Willen, die Anderes wollen und behaupten, ihr Wille und nicht jener geschehe. Wille heißt etwas bestimmen, was noch im Zukünftigen verborgen ist, das ist letztlich eine Wette.

Der Wille aber, der geschieht ist derjenige, der im Einklang ist mit dem Zufall oder der Vorherbestimmung. Es ist der vom etwas anderes Wollen befreite Wille.

(Das ist die Sicht in die Vergangenheit. Ein gänzlich anderer Blick als der auf die Zukunft gerichtete, fördert das zutage, was auf dem Schlachtfeld der Deutung liegt.)

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