Der Gedanke Gefahren abwehren zu können oder wenigstens Vorgänge zu optimieren bevor sie geschehen, ist sehr verlockend. Er offenbart die Überzeugung mit gezielten Maßnahmen in der Zukunft Verborgenes so zu beeinflussen, damit es sich entsprechend unseren Wünschen verhält, sobald es eintritt.
In alter Zeit wurde die Kunst der Ergebenheit gegenüber dem unverfügbaren Schicksal und die Einsicht an das ausserweltliche Jenseits gelehrt. Gelehrt wurde, dem Schicksal ergeben zu sein und die Einsicht geschult, Wesentliches moralisch an sich zu verbessern, um das Jenseitige, das zur Lebenszeit noch verborgen ist, für sich zu gewinnen.
Heute lehnen wir Schicksalhaftes ab und versuchen mittels komplizierter Berechnungen aus Daten und sie sind immer historisch, Vorhersagen zu begründen und Wendepunkte solcherart erzeugter Vorhersagen zu bestimmen, die Verläufe von Erwartetem beeinflussen. So meinen wir aus der Datenanalyse, gepaart mit kalkulierten Verläufen, Maßnahmen zur Aenderung der Vorhersage und damit über das Unbekannte zu verfügen.
Ein Jenseits, das nicht von und in dieser Welt ist, lehnen wir gänzlich ab.
Was ist der Preis für diese Denkweise?
Ohne Überzeugung ans Jenseits verlieren wir die Kraft uns selbst moralisch zu verbessern und mit dem Glauben das Unverfügbare zu lenken, werden wir unduldsamer gegenüber Unerwünschtem.
Um das zu erreichen, was wir uns wünschen, ist jedes Mittel recht, sogar der Verlust der Menschenwürde. Und was hat das Ganze, nun ja eher Altbacken Daherkommende, mit den etwas steifen Begriff Menschenwürde zutun?
Fortsetzung folgt…
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