Vor der Pest ist nicht in der Pest. Ist die Pest prophezeit, läßt sie sich nicht vermeiden, sie ist dann unverfügbares Schicksal, anders wenn sie nur vorhergesagt also ihr Auftreten irgendwie rechnerisch ermittelt wurde.
Die Kunst ist Verfügbares von Unverfügbaren unterscheiden zu können, sie gelingt, wenn deren Unterscheidungsmerkmale bekannt sind. Wer sie kennt und richtig anzuwenden versteht, hat Wissen, alle Anderen vermuten nur.
Bereits der Vater von Ödipus kämpfte vergeblich gegen die Prophezeiungen seines Todes und der Schande seines Sohnes die eigene Mutter zu ehelichen. Auch Herodes gelang es trotz des von ihm angeordneten vieltausendfachen Kindermordes nicht die prophezeite Geburt des Messias zu verhindern.
Prophezeiungen künden vom Unverfügbaren und Menschen sind ihm ausgeliefert, ganz gleich was sie tun und wie sie sich verhalten. Ganz anders ist Vorhergesagtes, das nicht auf prophetischen Wissen sondern auf vielfach berechneten Vermutungen basiert.
Wenn wir Menschen diesen Sachverhalt verstehen, legen wir das Auftreten eines Geschehens auf die Menge aller Menschen in einem Lebensraum um und nennen das so errechnete Verhältnis Eintrittswahrscheinlichkeit oder Lebensrisiko. Sind die Folgen fatal oder erheblich, schützen wir uns vor ihnen mit Rücklagen und nennen sie Versicherungen.
Eine weitere Maßnahme, ist daß wir Verhaltensregeln erlassen, mit denen wir begründet erwarten, daß sich die Frequenz der Eintrittswahrscheinlichkeit verlangsamt. Deshalb gibt es Regeln im Straßenverkehr, die geeignet sind die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer so weit zu reduzieren, bei denen Zusammenstöße erhebliche oder sogar tödliche Folgen haben und deren Auftreten sich weitestgehend vermindert. Derart vermindern wir die Häufigkeit der Zusammenstöße mit hoher Geschwindigkeit.
Allerdings gibt es im Strassenverkehr Konstellationen von Zusammenstößen, die schon bei sehr geringer Geschwindigkeit fatale Folgen haben.
Kennen wir weder die Umstände noch den Weg zum Eintritt eines Geschehen, tritt etwas plötzlich und unvorhergesehen ein, um so weniger erfolgreich werden unsere Verhaltensmaßnahmen sein, die dazu geeignet sind die Frequenz der Eintrittswahrscheinlichkeit zu dehnen.
Alle möglichen Konstellationen und ihre Wechselwirkungen zu berechnen, ist nicht möglich, weshalb auch Wettervorhersagen für die Dauer von wenigen Tagen zunehmend und ab einer etwa 3 tägigen Karenz exponentiell ungenauer werden.
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