Einmal, vor langer Zeit, entschied ich mich von den Filmstudios in Geiselgasteig kommend nicht wie sonst über Stuttgart den schnellen ICE zu nehmen, sondern den gemütlicheren Zug über den Bodensee.

Die Idee es diesmal anders zu tun, war wohl deshalb so attraktiv, weil ich etwas mehr Zeit hatte, nicht warten wollte, obwohl mich der ICE früher nach Hause gebracht hätte und ein Lied aus den 50ern über den schönen Bodensee, das mir irgendwie aus der Kindheit in den Sinn kam.

Wir waren oft am Bodensee, mit dem Schiff oder einfach nur zum Baden, später dann gab es zu viele Staus und lange Autoschlangen quälten sich durch die kleinen Orte am See, und so verlor sich der Brauch meiner Eltern mit uns Kindern zum See zu fahren.

Ich fuhr also mit der Bahn zunächst durchs Allgäu nach Lindau über Friedrichshafen, in Richtung Meersburg die vielen vielen kleinen Bahnhöfe, der unbequeme einfache Zug, kein luxuriöser neuer ICE, viele Kurzreisende, Schüler, Gruppen von Alten, Frauen mit Einkäufen und dann der Bahnhof Immenstaad.

Auf einmal war sie da, die Liebe und raste durch meinen Kopf, war sie noch da, würde ich ihr Haus noch finden, klar, ganz einfach wie gestern lag er vor mir, der Weg, wird sie überrascht sein, schwerer Blumenduft einer sommerlichen Abendbrise, los geh drängte und sehnte es in mir, bis es mich nicht mehr hielt ich aufstand zur Tür ging, kurz wartete, hatte ich am Sitzplatz das Buch vergessen? Springen oder Buch, der Zug fuhr weiter, da stand ich, das Buch hatte gewonnen, meine Sinne benommen, mein Herz gefangen in Sehnsucht heulte auf.

Ein warmer sommerlicher Abend, die Türen wurden von den Reisenden geöffnet, ein Duft drang in die Nase und ich war verloren.

Doch Züge fahren nur vorwärts, Meersburg, Sipplingen, Stockach, Donaueschingen und nachhause, es ist schon dunkel, die Frau holt mich ab, Kinder schlafen schon.