Geschaffen um Maschinen und Anlagen zu verstehen, messen wir mit Fühlern Werte und sammeln Daten mit Zeitstempel versehen, fortlaufend. Mittels statistischer Modelle und daraus abgeleiteteter Algorithmen werten wir diese Datengebirge aus und bilden so Gebäude von Ursache Wirkungsketten, die in einer Story gegossen verstanden werden kann.

Daraus entsteht ein digitaler Zwilling der echten Maschine, die etwas tut. Sein digitaler Konterpart ist ein seitenverkehrtes Bild im digitalen Spiegel, es handelt nicht, sondern bildet Datenschatten ab. Kein Spiegelbild küsst, liebt, fühlt, denkt, oder hat Blähungen. Kein Spiegelbild füllt Bierflaschen.

Allerdings hinterlässt das digitale Spiegelbild auch Spuren, Daten mit Zeitstempel und Meßergebnissen von Fühlern. Mit diesen Daten und Zahlen können Abläufe verglichen und ihre Zusammenhänge untersucht werden.

Ohne lebendig zu sein, liefert der digitale Zwilling andere Geschichten, als diejenigen, die sein gespiegeltes Wirkliches erzählt.

Mag es für Maschinen bei ihrer Optimierung ein gangbarer Weg unser eigenes Verstehen von der Maschinenwelt zu fördern, wenn sie im digitalen Zwilling sichtbarer gemacht wird. Doch ist diese Denkweise auf Menschen angewandt zutiefst unmenschlich. Wir existieren als lebendige, sinnbehaftete, einzigartige Geschöpfe und nicht als standardisierte Bauteile reproduzierbarer Maschinen.

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