Von Daten Infrastruktur Unternehmen werden aus Datenspuren digitale Zwillinge geschaffen. Die umso reichhaltigeren Datenspuren hinterlassen wir, je länger wir Geräte nutzen, die sie sammeln.
Das ist in erster Linie das Handy, der Computer, das Auto und zunehmend jedes technische Gerät, das wir nutzen und uns vor seiner Nutzung identifiziert und unsere Nutzung protokolliert..
Die Identität der Nutzungsprotokolle wird durch Schlüssel und Passwörter gewährleistet, die nur uns bekannt sind. Ermahnungen an das Sicherheitsverhalten und unser Geheimnisdrang gewährleisten weitestgehend, dass der Nutzer die immergleiche Person ist.
Damit werden Datenspuren personalisiert und bilden nachhaltig die Datengrundlage für die Geburt eines digitalen Zwillings. Ist unser alltägliches Tun in der Lebenswirklichkeit bald vergessen, so vergisst der digitale Zwilling nicht, denn ihm fehlt das Vermögen sich zu erinnern. Der digitale Zwilling besteht aus Daten und die werden gespeichert, und eben nicht erinnert.
Erst mithilfe komplexer Algorithmen werden die Datenspuren zum Leben erweckt, will sagen, sie werden in feinziselierten Kausalitätsstrecken, die Reproduzierbarkeit und zeitliche Abfolgen vorraussetzen, zu Information verarbeitet. Diese Information ist immer erst verfügbar, wenn sie abgefragt wird und zeigt sich deshalb immer nur flüchtig und aktuell. Ist die Abfrage Grund dafür, dass sie Daten in Information wandelt?
Sowohl die Daten als auch die Algorithmen sind das Eigentum der Unternehmen, die die digitale Infrastruktur bereitstellen.
Datenspuren können an andere Unternehmen verkauft werden, damit diese dann mit von ihnen noch besser gestalteten Algorithmen untersucht werden, um ein noch genaueres Bild vom digitalen Zwilling zu erzeugen, vorallem dort wo Datenspuren fehlen oder noch nicht erfasst wurden.
Diese Algorithmen sind also in erster Linie statistische Verfahren, um Aussagen aus Datenspuren zu extrapolieren, die vordergründig nicht oder kaum erkennbar sind. Diese Art der Informationsgewinnung läuft in mehreren aufeinanderfolgenden Schachtelungen ab und liefert Informationsschichten, die ihrerseits von Algorithmen zur weiteren Informationsgewinnung verfeinert werden.
Verfeinern meint den in den Daten enthaltenen Zwilling sichtbar und erkennbar zu machen. Die Algorithmen erwecken den Zwilling zum Abfragezeitpunkt zum Leben. Mit ihm lassen sich Simulationen und Handlungsspielräume der Zukunft bestimmen, von den wir in der tatsächlichen Lebenswelt nichts wissen.
Wir Menschen sind soziale Wesen und kommunizieren ständig mit Anderen, ist kein Gegenüber vorhanden reden wir auch mit Hunden und Wänden. Heute findet diese Kommunikation oft über sogenannte soziale Medien statt, die ihrerseits nichts anderes tun als die Datenspuren ihrer Nutzer zu sammeln und auszuwerten.
Im Gegensatz zur Mensch-Maschinen Kommunikation wie Drucker, Alexas, Auto und Wearables findet hier eine Kommunikation zwischen Menschen über die Datenspuren sammelnden Netzwerkedienste statt.
Solche Daten zeigen dann auch interagierende digitale Zwillinge, verdeutlichen dem Medienbesitzer dieser Daten und Technologien Menschen in der Interaktion miteinander. Diese tiefen Informationsschichtungen werden zu Geschichten umgedeutet.
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