Denn ein Bürgerkrieg, so heißt es seit Carl Schmitt, entspringt der Zersetzung staatlicher Dezisionsgewalt durch die Freilassung der Gesinnungen.

Wenn Machthaber mit dem täglichen Geschäft der Realpolitik ins Straucheln geraten, wechseln sie zur Identitätspolitik. So ist es in diesen Wochen bei Recep Tayyip Erdoğan zu beobachten gewesen. Corona-, Wirtschafts- und Syrien-Krise hätten für ausreichend Beschäftigung gesorgt, doch scheinbar ohne Not zog die Partei des türkischen Präsidenten, die AKP, ein altbewährtes Erregungsthema wieder hoch, um von den wesentlichen Problemen des Landes abzulenken: Die Hagia Sophia, seit 1934 ein staatliches Museum, soll wieder zur Moschee werden.

Ist das so? Heißt Symbole politisch einzusetzen Gesinnung freizulassen?

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