An anderer Stelle ist bereits ausgeführt, welche seltsame Wirkung sich im Deutschen entfaltet, wird die Silbe „un“ einem Begriff vorangestellt.

Hier nun zwei modal logische Eigenschaften eines sprachlichen Sachverhalts, die Feststellung nämlich, ob das worüber man spricht in einer kontextualisierte Beziehung zu Anderem steht, das nicht weiter benannt wird oder nicht.

Dabei wird das „unbedingt“ im Alltag seinem Wortsinn nach insofern entstellt, indem es nur als Hülle für eine finale Steigerung oder adverbiale Bekräftigung genutzt wird.

Tatsächlich ist Unbedingtes eine äußerst seltene, wenn nicht gar unmögliche Eigenschaft jeglicher Phänomene.

Be-Dingt ist etwas, was mit und durch ein Anderes erscheint, so ist logisch gefolgert Unbe-Dingt, was nicht mit und durch Anderes erscheint, es geschieht ohne Einschränkung. Das widerspricht aber allem, was in einem zeitlichen Rahmen verortet wird. Dabei ist es vollkommen unerheblich, ob sich in der Zeit Verortetes tatsächlich oder ohne Sächlichkeit nämlich abstrakt sprachlich vollzieht.

Eine weitere Möglichkeit im Deutschen den Wortsinn eines Begriffs in sein logisches Gegenüber zu wandeln, ist die Silbe „los“ einem Nomen anzuhängen, hier also bedingungslos.

Interessant hierbei ist die häufige Verwendung des Wortes bedingungslos und unbedingt im Zusammenhang mit inneren, seelischen Vorgängen, Absicht, Vertrauen, Liebe, die im Kontext zwischenmenschlicher Kommunikation wichtig sind.

Einzig die Mathematik scheint eine Konstruktion zu kennen, die unbedingt gilt, so x+1>x. Damit verdecken Mathematiker allerdings das Problem des Einzigartigen, das der 1 vorausgeht. Beim Zusammenzählen nämlich, wird der Charakter des Gezählten verändert, das Ding wird zur Zahl und verliert damit das Einzigartige in seinem besonderen Bezügen und Kontexten seiner zeitlichen Verortung.

Was aber möchten wir Menschen zum Ausdruck bringen, wenn wir von bedingungsloser Liebe, Kapitulation, unbedingtem Vetrauen, Zusage sprechen? Was müssen wir

Anderen mitteilen, was die Verwendung von unbedingt und bedingungslos rechtfertigt?

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