Die Mantis behauptet das Deutsche bete zu Gott und tarnt sich dabei als Blatt.
Sie tue das als Jägerin um von ihren Blattbewohnenden Beutetieren nicht erkannt zu werden und gleichzeitig auch von den Luftbewohnern selbst nicht entdeckt und gejagt zu werden.
Dabei vibriert sie mit ihren Beinen so geschickt, als drehe sich ein Blatt ganz leicht sich schüttelnd im Windhauch hin und her. Ihr grüner Körper geformt wie ein Blatt, so ist sie kaum erkennbar.
Für wen ist sie so schwer erkennbar? Zunächst einmal für uns Menschen, doch weder werden wir von ihr gejagt noch sind wir ihre Jäger.
Woher wissen wir Menschen, dass sie von Käfern und Raupen, die die Mantis auf den Blättern mit ihren blitzschnell vorschnellenden übergroßen Kauwerkzeugen fängt, die sie unter ihrem Körper eingeklappt und versteckt hält, nicht gesehen und wahrgenommenen wird? Sehen Käfer und Raupen mit ihren Käfer- und Raupenaugen oder hören sie mit ihren Ohren oder tasten sie mit ihren Fühlern so wie wir es tun?
Wenn es Mimikry gibt, dann scheint es ein gemeinsames Seh-, Hör- und Tastempfinden von gleichartiger Umwelt in allen Lebewesen zu geben.
Und was noch viel erstaunlicher ist, die getarnte Jägerin weiß wie sie von Anderen wahrgenommen wird, obwohl sie ihren Körper noch nie gesehen hat, von Außerhalb, von Ferne, von den Bewohnern der Lüfte, kein Spiegelbild von sich kennt.
Sie beherrscht die Kunst, wie Merleau-Ponty die Camouflage nennt, eine Form dadurch zu verbergen, dass die sie definierenden Hauptlinien in andere, dominantere Formen eingegliedert werden.
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