Zwischen beidem steht das ‚Und‘ – doch wofür steht es?
Die Kommunikation mit KI hinterlässt eine eigenartige Leerstelle. Bisher, beim Sprechen untereinander (mit Aliens haben wir uns noch nicht ausgetauscht), gehen wir davon aus, dass wir Verständnisräume miteinander abgleichen. Wir setzen Verstehen voraus.
Und trotzdem spiegelt uns KI Verstehen wider – obwohl sie anerkanntermaßen nichts versteht. Sie setzt lediglich grammatikalisch und semantisch korrekte Aussagen zusammen. Dies gelingt ihr aufgrund der enormen Datenmengen, auf die sie zugreifen kann, und der cleveren Algorithmen, die sie beim Zusammenbau von Antworten nutzt.
Man könnte also sagen: KI beobachtet und deutet – oder besser gesagt, sie gibt Deutungen wieder.
Das ‚Und‘ zwischen Beobachten und Deuten steht für den Prozess des Verstehens, der in einem eigenartigen Zwischenbereich stattfindet.
Beobachten ist im Außen, Verstehen im Innen. Bedeutung wird in Innenwelten erzeugt. Über diese Innenwelt verfügt KI nicht. Allerdings besitzt sie einen unermesslich großen Fundus an digitalen Deutungsspuren aus menschlicher Kommunikation.
Wenn wir also KI nutzen, spiegelt sich unser Verständnis in ihr wider – so wie das Spiegelbild unseres Körpers. Der Spiegel ist kein menschlicher Körper, sondern eine besondere Oberfläche, die einfallendes Licht auf besondere Weise zurückgibt, eben spiegelt. Genau das gleiche geschieht in der KI: Sie ist eine künstlich geschaffene Leinwand, die fähig ist, menschliches Verständnis widerzuspiegeln.
So wie im Inneren des Spiegels kein menschlicher Körper ist, so ist in der KI kein Verstand.
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