Wir benennen, was wir beobachten und beobachten, was aus dem Spiel von Licht und Schatten, Klang und Ruhe, Tastbarkeit und Abwesenheit sich unserem Unterscheidungsvermögen vergegenwärtigt. Wir benennen was sich dem Blick des Verstehens öffnet, es ist weder sichtbar, hörbar oder fühlbar, sondern nur verstehbar im Gespräch mit uns selbst.
Was sich dem Auge des Herzens offenbart, nennen wir tiefe Wahrheit, Liebe, Barmherzigkeit, Glauben und deren Abwesenheiten. Nur welches Licht, welche Schatten nimmt es wahr, welches Verstehen findet im Gespräch mit wem statt, was ist diese Herzensoffenbarung? Woran wird sie deutlich, wessen wird das Herz Zeuge und ist nicht etwa Imagination oder sogar Einbildung?
In dem Herzen – innen, draußen – alles ist nur er,
In mir Ader, Blut und Seele, alles ist nur er.
Glaube oder Unglaube, wie fänden sie hier Raum?
Denn mein Sein ist ohnegleichen, alles ist nur er.
Aus Rubayiat, Dschalaludin Rumi (Castrum Peregrini, übersetzt von Gisela Wendt)
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