Meine erster Gedanke begann mit dem Dreikörperproblem und seinen chaotischen Bewegungen. Ich war erstaunt und zugleich verärgert, dass uns diese faszinierende Unvorhesagbarkeit in der Schulzeit vorenthalten wurde und stattdessen ein Bild von geordneten, mechanistischen, Naturgesetzlichen Weltgeschehen als Wirklichkeit verkauft wurde.
Das Faucault’sche Pendel zeigt nicht nur die Eigendrehung der Erde, sondern es pendelt auch mit gleichmütiger, geordneter Regelmäßigkeit.
Doch nur ein Gelenk mehr oder ein dritter Stern zusätzlich in einem Zweisternsystem und die Pendelbewegungen oder die der Sterne sind nicht mehr vorhersagbar. Daraus ergab sich für mich die Frage: Wie verhält sich die Komplexität, wenn die Anzahl der Körper zunimmt? Wächst das Chaos einfach weiter, oder kann das System ab einer bestimmten Menge in eine neue Form von Ordnung übergehen?
Die Antwort war verblüffend: Die Unvorhersagbarkeit der Bewegungen nimmt mit der Anzahl der beteiligten Körper nicht nur zu, sondern sie wächst exponentiell!
Dann kam der Gedanke der Resonanz: Wie ist es möglich, dass sich viele, unterschiedlich schwingende Pendel aneinander ausrichten und synchronisieren? Diese Frage führte mich zu einer Beobachtung aus einer ganz anderen Welt: dem Aktsprung des Pferdes. Warum springt ein Pferd urplötzlich in einem angeborenen Taktwechsel vom Zweitakt des Trabs in den Dreitakt des Galopps? Es ist eben keine allmähliche Beschleunigung, wie sie die mechanische Welt des Rades durch bloße Frequenzsteigerung kennt. Stattdessen ist es ein plötzlicher, qualitativer Sprung des gesamten Systems in einen neuen, geordneten Zustand.
Auf der Suche nach Antworten und Zusammenhängen fand ich den exzellenten Vortrag von:
Siehe auch POINCARÉ Vortrag über Chaostheorie
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