• Durch die Nase

    Einmal, vor langer Zeit, entschied ich mich von den Filmstudios in Geiselgasteig kommend nicht wie sonst über Stuttgart den schnellen ICE zu nehmen, sondern den gemütlicheren Zug über den Bodensee. Die Idee es diesmal anders zu tun, war wohl deshalb so attraktiv, weil ich etwas mehr Zeit hatte, nicht warten wollte, obwohl mich der ICE früher nach Hause gebracht hätte…

  • Bekenntnis

    Wie kann es sein, daẞ uns das erstmalige Bekenntnis zu Gott und zu seinem Prophet Mohammed, so über die Maßen beglückt?

  • Geschichte

    Alles ist Geschichte, was ist Geschichte? Geschichte kommt von Geschehen, etwas erzählen, was vorgefallen ist. Was geschehen ist, ist nur dann geschehen, wenn es mit den Sinnen erfasst und wiedergegeben wurde. Wiedergeben ist erinnern, das Zusammenfügen von Sinneseindrücken aus der Lebenswelt im Kontext der Sprachgrammatik, gesellschaftlichen Prägungen und dem Verhältnis der Einzeldinge zueinander. Rezipiert wird was wichtig ist, Gewicht hat.…

  • Der Dalai Lama

    sagt, wir Menschen leben nicht um zu glauben, sondern um zu lernen. Der Moderne provoziert gerne mit dem Satz, wer weiß, muss nicht glauben. Wenn Menschen etwas nicht wissen können, wie erklären sie sich diese Wissenslücke? Je schlüssiger die Erklärung, das meint den Regeln der Logik und Nachvollziehbarkeit folgend, um so eher halten wir eine solche Erklärung für richtig. Nachvollziehbarkeit…

  • Erkennen und vergleichen

    Erkennen wir nur deshalb, weil wir uns so schlecht an Details erinnern und deshalb Gleichheit behaupten, wo keine Identität ist? Kann es sein, dass Identitäten nur bei Gedankengebilden vorkommen, also Abstraktionen und im Gegensatz dazu in der Lebenswelt nur deshalb behauptet werden kann, weil nicht ausreichend präzise gesprochen wird?

  • Gedächtnis

    Das Schreiben habe das Gedächtnis zugrunde gerichtet, so die Alten Griechen und Kant schrieb einst das auf, was es zu vergessen galt.

  • Konvertiten

    Sind sie kulturvergessende Fremde? Ihren Blick auf das Andere gerichtet haben ihre Herzen das Fremde willig in sich aufgesogen. Diese fremde Welt einer anderen Kultur, die sie trotz aller Liebe nie wie eine Muttersprache bewohnen werden können. Sie sind dabei beim neuen Gebet und der anderen Wallfahrt, nennen sich mit neuen Namen und doch bleibt ihr Sehnen das derer aus…

  • Lichtatmer

    Vor Lichtjahrmillionen ausgesandt trifft es auf die Netzhaut von Atmern, irgendwo in dieser Galaxis, diesem Sonnensystem, auf diesem Planeten, als gerade Nacht ist, und einer von uns in den Himmel schaute, das Sternenlicht. Wir sehen, weil wir atmen. Als wir noch vernabelt waren, gelang noch kein Sternenlicht in unsere Augen, wir konnten sie auch nicht sehen, deren Blut wir tranken,…

  • Auf dem Weg

    Von dort nach dort, noch Ziel schon liegt es hinter uns, von Erwartung zur Erinnerung, genau dazwischen kaum länger als ein Schritt, das Jetzt, das Wirkliche des Auf-Dem-Weg-Seins. Ein Moment nur im jeweiligen Jetzt, fliegen Gedanken, Erinnerung und Wünsche zusammen und gestalten den Weg, wie wir ihn erkennen. Im jeweiligen Jetzt, dem Schritt, den wir gerade auf den Weg setzen,…

  • Schlüsselloch ins Digital

    Kinder schauen durchs Schlüsselloch ins Geheime, ins Schlaraffenland, ins Wischdirwas, ins Herzenssehnen, halten fest am Spielzeugkatalog des Digital. Und die Alten gehen ohne ihren Wischwunsch nirgendwo mehr hin. Die Märchenwelt des Digital fesselt sie an Orte mit guter Übertragungsrate und ihre Herzen sind Gefangene im Bitland. Wenn sich für uns Kinder früher die Tür noch öffnete, dort wo die Geschenke…