Die These: Der Bruch vom Mittelalter zur Neuzeit über die Zwischenzeit der Aufklärung und ihrer Umsetzungsphase fußt auf dem Verlust von Zuversicht auf Jenseitiges und spiritueller Orientierung.
Gemeinhin will die Gedankenwelt und Ideen der Aufklärung als der grosse gesellschaftliche Zugewinn Europas zur Menschheitsgeschichte verstanden werden.
Doch wer fragt nach den Gründen für die Verbreitung und den Nährboden dieser Ideen, wieso waren sie mit einem mal so erfolgreich und vorallem, weshalb in Europa? Was vom Alten war den Europäern abhanden gekommen, weswegen sie dieser Idee vom weltlichen Paradies so sehr Aufmerksamkeit schenken?
Lissabon 1755 ein gewaltiges Seebeben, und Tsunami mit verheerender Feuersbrunst erschüttert die europäischen Gelehrten und Kirchen, wie kann der gute und allmächtige Gott Böses und Leid zulassen, ja sogar bewirken?
1683 die Schlacht vom Kahlenberg, europäische Heere besiegen die Osmanen entscheident, und bilden in der Folge den Nährboden für aufklärerische Gedanken. Der Sieg fördert die europäische Zuversicht gemeinsam Grosses leisten zu können.
1687 Newton veröffentlicht sein Hauptwerk, Philosophiæ naturalis principia mathematica, weltliche Phänomene werden darin als berechenbare, deterministische Ereignisse beschrieben, die den Regeln der Gravitation folgen. Die behauptete Vorhersagbarkeit von Ereignissen widerspricht dem Glauben an die Allmacht Gottes.
Und zuvor verlieren die Kirchenmächtigen die Kreuzzüge und das heilige Land an Muslime, damit wird die weltliche Macht und Machbarkeitsgedanken der italienischen und später europäischen Fürstenhäuser in der Renaissance gestärkt.
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