• Eigene Meinung

    Die eigene Meinung ist wie ein göttliches Gesetz geworden. Meinung ist längst nicht mehr Beitrag zur Dialektik, sondern jedem selbst die eiserne Wahrheit, die Gegenrede des Anderen pure Häresie, und die Gegenrede vieler, eine unerhörte Unterdrückung (statt Anreiz zur Reflexion). #yahyaranft Und bei Meister Busch heißt’s dazu: Seine Meinung ist die rechte, wenn er spricht, „müßt ihr verstummen, sonst erklärt…

  • Die Mauer

    Wie waren wir froh als fiel, was uns trennte, um zu erkennen, dass es das uns schon nicht mehr gab. Wir wundern uns, wie eifrig von uns einst Bewunderte, um ihre eigene Mauer kämpfen. Wissen sie denn nicht, wie sehr Trennung schmerzt und der Wunsch nach Wiedersehen bis ins Unerträgliche wächst? Die Englischen haben ein Loch in ihrer Sprache, eine…

  • Wasser

    Lebendiges voller Leben, ganz gleich ob süß oder salzig, solange Menschen es nicht industriell nutzen. Als ob unser Wirken dem Wasser den Wassergeist entzöge, das Wesen des Lebendigen im Wasser. Einst wurde der Brunnenvergifter mit dem Tode bestraft, heute leitet jeder seinen Dreck ins Wasser ein, weil es bergabfliesst, von uns weg mit unserem Dreck hinab zum Anderen. Der Dreck,…

  • Natur

    Natur sei die Bedingungen der Möglichkeiten, in denen Leben stattfindet. Sie sei gesteuert über die Verhältnisse ihrer Regelmäßigkeiten, genannt Naturgesetze, heißt es. Im Bild „Mutter Natur“ erfährt sie die Marienverehrung des gemeinen Volks, überhöht und personifiziert und ist doch nur abstraktes Unwesen und Forschungsprojekt von Naturwissenschaften. Naturwissenschaftler, Hohepriester einer selbsterfundenen Geheimlehre mit einer mathematisch formalisierten Sprache täuschen Verstehen vor. Natur,…

  • Wie findet der Fluss sein Bett?

    Ganz klar, es geht immer abwärts, bis es nicht mehr geht? Unablässig in vielen Schleifen, mäandert er bergab, weshalb soviele Schleifen, weshalb nicht geradeaus? Und wenn Fliessen auf schleifenfreundlichen Wegen geht, wieso gibt es dann so wenig Seen? Weil der Fluss weiss, dass er eher links herum fliessen muss, weil nur dann, wenn er sich für die linke Schleife entschieden…

  • Wissen und Verfügbarkeit

    Erich Fromm machte einst darauf aufmerksam, wie sehr wir mit unserem modernen Habitus des Habens das Wesen des Seins verlieren. Wissen wird zu Wissen haben, Wissen erwerben, wird käuflich, obwohl ihm doch die hochflüchtige Weisheit zugrundeliegt. Dass Wissen ohne Weisheit Dummheit ist, wird ausser acht gelassen, und dumm geworden, meinen wir über etwas verfügen zu dürfen, was gar nicht verstanden…

  • Wahrheit und Vergessen

    Lethe und Mnemosyne sind Titanenschwestern und zwei Flüsse der Unterwelt, der Fluss des Vergessens und der Fluss der Erinnerung. Sprachlich ordneten die Griechen dem Vergessen, Verborgen sein oder das Verborgene zu und so wird aus ihrem Gegensatz, der Aletheia, das Unverborgene, die Wahrheit. Das Wissen hingegen stammt vom Fluss der Erinnerung. So verstanden wird Wissen nicht neu erworben, sondern erinnert,…

  • Quantität

    Messen heisst vergleichen von Gleichartigem. Das Maß ist die festgelegte Abfolge von Einheiten. Messbar ist Gleichartiges, solange es in ausreichender Menge vorhanden ist. Gleichartig ist was nicht einzigartig ist. Gleichartiges ist Vielfaches. Einzigartiges wird mit Qualitäten verglichen, Vielfaches in Quantitäten gemessen.

  • Ohne Fenster wird es finster

    Was sind die Fenster des Verstandes? Woher kommt das Licht etwas oder etwas als etwas zu verstehen? Sucht der Mensch in der Hermeneutik darauf Antworten?

  • Brexit and German Sweets

    Do you want this? – No! Do you want that? – No! What is it then, you want ….?